Shopify · 20. September 2026 · 14 Min. Lesezeit
Von Magento und Adobe Commerce zu Shopify: Attribute, Store Views, B2B und Extensions
Magento zu Shopify: ob dein komplexes Setup in Shopify oder Shopify Plus passt und was aus EAV-Attributen, Store Views, Kundengruppen und Extensions wird.
von Benedict Mühlberger
Teil 5 von 16 im Themen-Guide Shopify-Migration
Ein komplexes Magento-Setup passt in den meisten Fällen nach Shopify, aber nie eins zu eins. EAV-Attribute werden zu Metafeldern, konfigurierbare Produkte zu Produkten mit höchstens drei Optionen, der Kategoriebaum zu Kollektionen mit Menü und Filtern, Store Views zu Märkten und Kundengruppen zu B2B-Firmen mit Katalogen. Ob dafür Shopify reicht oder Shopify Plus nötig wird, entscheidet sich an wenigen Stellen: unbegrenzte B2B-Kataloge, Apps in den Checkout-Schritten und die Zahl der Sprachen. Und manchmal lautet die Antwort, dass Adobe Commerce für dein Setup die bessere Plattform bleibt.
Dieser Artikel übersetzt das Magento-Datenmodell Baustein für Baustein und zeigt, wo die Übersetzung glatt läuft und wo sie hakt. Er gehört zu unserem Themen-Guide zur Shopify-Migration, der Ablauf, Go-live-Tag und Kosten für alle Quellsysteme gemeinsam beschreibt. Hier geht es um das, was Magento und Adobe Commerce von allen anderen Quellsystemen unterscheidet: die schiere Zahl der Freiheitsgrade.
Warum wechseln Magento-Händler zu Shopify?
Weil der Betrieb von Magento und Adobe Commerce Zeit und Geld bindet, das viele Händler lieber in den Verkauf stecken würden: Hosting, Sicherheits-Patches, Versions-Upgrades, Extension-Kompatibilität und die Entwickler, die das alles am Laufen halten. Magento 1 hat Adobe 2020 aus dem Support genommen; wer es noch betreibt, läuft seit Jahren ohne Sicherheitsupdates. Bei Magento 2 und Adobe Commerce läuft die Uhr versionsweise: Laut Adobes Lifecycle-Policy, Stand September 2026, sind 2.4.4 und 2.4.5 seit 2025 außerhalb des Standard-Supports, für 2.4.6 endete er am 11.08.2026. Jedes Upgrade ist ein eigenes Projekt, weil Extensions und Anpassungen mitziehen müssen, und genau diese Upgrade-Projekte sind oft der Moment, in dem Händler die Plattformfrage neu stellen.
Ehrlich gehört dazu: Adobe Commerce bleibt für sehr komplexe Setups stark. Mehrere Websites mit getrennten Sortimenten und Preisen, tief individualisierte B2B-Prozesse, ein Checkout mit eigener Logik, volle Kontrolle über Hosting und Code: Das kann Shopify so nicht, und es wäre unehrlich, das Gegenteil zu behaupten. Wir betreuen beide Plattformen; was Adobe Commerce leistet und wann es die richtige Wahl bleibt, steht auf unserer Adobe-Commerce-Seite. Die Frage ist also nicht, ob Shopify „besser“ ist, sondern ob dein Geschäft die Freiheitsgrade von Magento wirklich nutzt oder nur bezahlt.
Shopify oder Shopify Plus: wo liegt die Grenze?
Die Grenze liegt nicht bei Umsatz oder Produktzahl, sondern bei vier konkreten Funktionen: B2B-Kataloge ohne Limit, Apps in den Checkout-Schritten, mehr als 20 Sprachen und die Checkout-Branding-API. Alles andere, was Magento-Händler oft mit Plus verbinden, gibt es inzwischen auf allen Plänen.
Das Wichtigste zuerst: B2B ist seit dem 02.04.2026 nicht mehr Plus-exklusiv. Laut Shopify-Changelog, Stand September 2026, bekommen Basic, Grow und Advanced Firmenprofile, Zahlungsbedingungen, Mengenpreise und bis zu drei aktive B2B-Kataloge. Plus behält unbegrenzte Kataloge, die direkte Zuweisung von Katalogen an Firmen und Standorte sowie Teil- und Anzahlungen. Beim Checkout gilt: Ohne Plus stehen dir der Checkout-Editor und Apps für Danke- und Bestellstatus-Seite zur Verfügung; Apps auf der Informations-, Versand- und Zahlungsseite und die Checkout-Branding-API gibt es nur mit Plus. Bei Sprachen liegt die Grenze bei 20 auf Basic, Grow und Advanced und 30 auf Plus. Shopify Plus beginnt laut Shopify-Preisseite, Stand September 2026, bei 2.100 Euro im Monat mit Dreijahresvertrag beziehungsweise 2.250 Euro bei einem Jahr.
Als Faustregel: Wer in Magento Kundengruppen vor allem für unterschiedliche Preise nutzt, einen weitgehend standardnahen Checkout hat und in wenigen Sprachen verkauft, kommt meist mit Grow oder Advanced aus. Wer Checkout-Extensions, Dutzende Kundengruppen mit eigenen Preislisten oder viele Sprachen und Websites betreibt, landet bei Plus oder bleibt bei Adobe Commerce. Welche Shopify-Projekte wir umsetzen, von Grow bis Plus, steht auf unserer Shopify-Seite.
Wie übersetzt du das Magento-Datenmodell?
Indem du jeden Magento-Baustein einem Shopify-Gegenstück zuordnest und ehrlich notierst, wo es keins gibt. Das Magento-Modell ist bewusst offen: Produkttypen, Attributsets, EAV-Attribute, Kategoriebaum mit Ankern, Store Views. Das Shopify-Modell ist bewusst eng: Produkt, Optionen, Varianten, Metafelder, Kollektionen. Die Migration ist die Übersetzung zwischen beiden, und sie beginnt bei den Produkttypen.
Produkttypen. Der Magento-Export kennt die Typen simple, configurable, grouped, bundle und virtual. Ein simple product wird in Shopify ein Produkt mit einer Variante. Ein configurable product wird ein Produkt mit Optionen und Varianten: Die Super-Attribute werden Optionen, die Spalte configurable_variations liefert die Varianten. Laut Shopify-Hilfe, Stand September 2026, sind höchstens drei Optionen je Produkt möglich und seit Oktober 2025 bis zu 2.048 Varianten auf allen Plänen. Hat ein konfigurierbares Produkt vier Super-Attribute, musst du eines davon zum Metafeld machen oder das Produkt aufteilen. Grouped products, die mehrere simple products mit eigenen Mengen bündeln, haben kein natives Gegenstück und werden meist zur Kollektion oder zum Produkt-Set über eine App. Bundles brauchen eine Bundle-App, virtuelle Produkte werden zu Produkten, bei denen du den Versand abschaltest.
Attribute. Alles, was in Magento in additional_attributes steckt, also die EAV-Attribute jenseits der Standardfelder, wird in Shopify zum Metafeld: ein strukturiertes Zusatzfeld mit Definition, Typ und Namensraum, das Theme, Filter und Apps lesen können. Laut shopify.dev, Stand September 2026, sind 256 Metafeld-Definitionen je Ressourcentyp möglich, dazu 256 je installierter App, und 50 davon lassen sich im Admin anpinnen. Für Magento-Shops mit gewachsenen Attributsets ist das die kritische Zahl. Deshalb gehört vor den Export eine Attribut-Inventur mit drei Spalten: Wird das Attribut angezeigt, gefiltert oder in Feeds gebraucht? Nur was mindestens eine Spalte füllt, bekommt eine Metafeld-Definition. Attributsets selbst gibt es in Shopify nicht; ihre Rolle übernimmt die Produktkategorie aus der Standard-Taxonomie, die passende Kategorie-Metafelder mitbringt. Für eigenständige Entitäten wie Marken oder Materialien mit eigenen Seiten gibt es Metaobjekte.
Kategorien. Der Magento-Baum mit Ankerkategorien, die alle Produkte ihrer Unterkategorien zeigen, wird in Shopify zu flachen Kollektionen. Eine Ankerkategorie wird zur automatischen Kollektion mit Bedingung (Tag, Produkttyp, Anbieter), eine Blattkategorie zur manuellen oder automatischen Kollektion. Die Hierarchie entsteht ausschließlich im Menü, mit oberster Ebene plus zwei Dropdown-Ebenen, und über die Filter der Search-&-Discovery-App, höchstens 25 je Shop und ohne Filter bei Kollektionen über 5.000 Produkten. Ein fünfstufiger Magento-Baum wird also flacher, und das ist eine Sortimentsentscheidung, keine technische. Wie du Optionen, Metafelder und Kollektionen konkret in die Produkt-CSV bringst, steht in unserem Artikel zur Produktdaten-Migration nach Shopify.
Was kommt mit und was nicht?
Produkte, Preise, Kunden, Adressen und Bestände kommen aus dem Magento-Export, Bestellungen nur über die API oder ein Tool, und Extensions und CMS-Inhalte kommen gar nicht. Der native Export von Magento 2 und Adobe Commerce liefert laut Adobe-Dokumentation, Stand September 2026, die Entitäten Products, Advanced Pricing, Customers Main File, Customer Finances, Customer Addresses und Stock Sources als CSV. Bestellungen fehlen im Export-Modul; sie holst du über die REST-API oder mit einem Migrationstool.
| Magento-Baustein | Kommt mit? | Weg nach Shopify | Woran es hängt |
|---|---|---|---|
| simple und configurable products | ja | Export-CSV, Tool oder Matrixify | höchstens 3 Optionen, bis 2.048 Varianten |
| grouped und bundle products | teilweise | Kollektion, Produkt-Set oder Bundle-App | Struktur muss neu gedacht werden |
| EAV-Attribute | ja, als Metafelder | Mapping je Attribut | 256 Definitionen je Ressourcentyp |
| Kategoriebaum | ja, als Kollektionen | Export oder Tool, Menü von Hand | Hierarchie nur über Menü und Filter |
| Erweiterte Preise (Gruppen-, Staffelpreise) | teilweise | B2B-Kataloge mit Mengenpreisen | bis 3 Kataloge ohne Plus |
| Kunden und Adressen | ja | Export-CSV, dann Kunden-CSV | Passwörter kommen nie mit |
| Kundengruppen | als Firmen und Kataloge | Shopify B2B oder Kunden-Tags | keine 1:1-Entsprechung |
| Bestellungen | nicht per Export | REST-API oder Tool, in Shopify nur per App oder API | Nummern starten bei #1001 |
| Store Views und Websites | als Märkte | Märkte oder mehrere Shops | 20 Sprachen, 30 auf Plus |
| CMS-Seiten und Page-Builder-Inhalte | nein | Seiten, Theme-Abschnitte, Metaobjekte | Layouts entstehen neu |
| URL-Keys | als Weiterleitungen | Redirect-CSV | nur bei 404, 100.000 im Standard |
| Extensions | nein | Bordmittel, Apps oder Verzicht | Liste einzeln prüfen |
| Bewertungen | nur mit App | Export, Import in eine Review-App | kein natives Bewertungssystem |
Für den Weg vom Export in den Shopify-Import gibt es drei Werkzeugklassen. Migrationsdienste wie Cart2Cart mit dem Magento Importer im Shopify App Store oder LitExtension verbinden sich mit beiden Systemen und übertragen Produkte, Kunden und Bestellungen; LitExtension legt Attribute als Metafelder an und bietet 301-Weiterleitungen als Option. Matrixify importiert CSV- und Excel-Dateien nach Shopify, verlangt aber, dass du den Magento-Export vorher in das Shopify-Format bringst. Und für alles, was kein Tool sauber abbildet, bleibt die Admin-API. Welche Klasse passt, hängt davon ab, wie viel Übersetzung dein Datenmodell braucht: Je mehr Attribute, Produkttypen und Store Views, desto weniger Knopfdruck.
Zwei Sonderfälle verdienen eigene Artikel. Kundenkonten ziehen ohne Passwörter um, weil Passwort-Hashes nicht übertragbar sind, und die aktuellen Shopify-Kundenkonten arbeiten ohnehin passwortlos mit einem Code per E-Mail; wie du das kommunizierst, steht in unserem Artikel zur Migration von Kundenkonten. Und Bestellungen lassen sich in Shopify nur per App oder API anlegen, mit Bestellnummern, die fix bei #1001 beginnen und nur Präfix und Suffix erlauben. Viele Händler importieren deshalb nur die jüngere Historie und archivieren den Rest revisionssicher.
Bei einer Magento-Migration ist die Frage nicht, ob Shopify alles kann, sondern welche deiner Sonderlösungen du wirklich noch brauchst.
Wie ziehen Store Views, Websites und Sprachen um?
Store Views werden zu Märkten, Websites mit eigenem Sortiment zu eigenen Shops, und Sprachen laufen über Märkte plus Übersetzungs-App. Die Magento-Hierarchie aus Website, Store und Store View kennt Shopify nicht; an ihre Stelle tritt der Markt.
Ein Markt bündelt laut Shopify-Hilfe, Stand September 2026, Währung, Sprache, Preise, Theme-Inhalte, Domains und Steuern für eine Region. Die Währungsumrechnung kostet 2 Prozent Gebühr, Sprachen sind bis 20 auf Basic, Grow und Advanced und bis 30 auf Plus möglich, und die kostenlose App Translate & Adapt übersetzt bis zu zwei Sprachen automatisch. Was in Magento Store Views für Deutsch, Englisch und Französisch waren, wird so zu einem Shop mit drei Sprachen in einem oder mehreren Märkten, und hreflang-Tags setzt Shopify für Märkte mit eigener Domain, Subdomain oder Unterordner automatisch.
Die Grenze des Modells liegt bei Websites, die in Magento ein eigenes Sortiment, eigene Preise oder eine eigene Marke tragen. Märkte steuern Preise und Sichtbarkeit je Region, aber sie sind keine getrennten Shops mit eigener Produktpflege. Wenn zwei Magento-Websites praktisch zwei Geschäfte sind, werden sie in Shopify zwei Shops, auf Plus innerhalb einer Organisation, die beim Anlegen eines weiteren Shops Themes, Produkte und Dateien einmalig kopieren kann. Übersetzte Produkttexte holst du aus dem Magento-Export zeilenweise je store_view_code und importierst sie über Translate & Adapt oder ein Tool wie Matrixify, das Übersetzungen unterstützt.

Wie bildest du B2B ab?
Über Shopify B2B: Firmen mit Standorten, Kataloge mit eigenen Preisen und Zahlungsbedingungen, und das seit dem 02.04.2026 auf allen Plänen. Die Magento-Bausteine Kundengruppen, Gruppenpreise, Shared Catalogs, Firmenkonten und Angebote finden hier ihr Gegenstück, wenn auch nicht in derselben Form.
Laut Shopify-Hilfe zu den B2B-Planfunktionen, Stand September 2026, legst du Firmen mit Standorten an, weist ihnen Kataloge mit Preislisten und Mengenpreisen zu und hinterlegst Zahlungsbedingungen. Ohne Plus sind bis zu drei aktive Kataloge möglich, mit Plus unbegrenzt viele, dazu die direkte Katalogzuweisung an Firmen und Standorte sowie Teil- und Anzahlungen. Für Magento-Händler heißt das: Zähle deine Kundengruppen mit eigenen Preisen. Sind es drei oder weniger, reicht Advanced; sind es mehr, prüfst du, ob sich Gruppen zusammenlegen lassen, oder du gehst auf Plus. Für einfache Fälle, etwa einen pauschalen Händlerrabatt, tun es auch Kunden-Tags mit automatischen Rabatten.
Zwei Einschränkungen musst du kennen. Erstens die USt-IdNr.-Prüfung: Shopify prüft Umsatzsteuer-IDs im Checkout laut Shopify-Hilfe, Stand September 2026, nur mit aktivem Shopify Tax und nur im Gast- oder Shop-Pay-Checkout, nicht im B2B-Checkout; ohne Shopify Tax bleibt nur eine App. Wer in Magento Reverse Charge automatisch über die Kundengruppe steuert, braucht dafür in Shopify ein eigenes Konzept. Zweitens die Angebotsprozesse: Magento-Angebote bildest du in Shopify über Entwurfsbestellungen oder eine App ab; prüfe vorher, ob dein Angebotsprozess damit auskommt.
Was passiert mit Extensions und Checkout-Anpassungen?
Extensions gibt es in Shopify nicht; jede wird durch Bordmittel, eine App oder Verzicht ersetzt, und Checkout-Anpassungen laufen über Checkout Extensibility mit klaren Grenzen ohne Plus. Der erste Schritt ist deshalb eine Liste aller Extensions mit der Frage, was sie im Alltag wirklich leisten.
Die meisten Extensions fallen in wenige Klassen. Zahlungsarten: Shopify Payments deckt in Deutschland Karten, Apple Pay, Google Pay, Shop Pay und Klarna mit Rechnung, Sofortzahlung und Ratenkauf ab; PayPal ist ein separater Anbieter, bei aktivem Shopify Payments ohne Drittanbieter-Transaktionsgebühren; SEPA-Lastschrift ist nicht Teil von Shopify Payments. Versand: DHL-Deutschland-Labels erzeugst du direkt im Admin, aber nur innerdeutsch; international laufen Labels über Apps. SEO-Extensions ersetzt Shopify durch eingebaute Felder, automatische Sitemap und Weiterleitungen; die robots.txt änderst du nur über robots.txt.liquid. ERP- und Buchhaltungsanbindungen wie Xentral, weclapp, Pickware oder der DATEV-Export laufen über Apps. Suche und Filter übernimmt die Search-&-Discovery-App, Bewertungen eine Review-App, Page-Builder-Inhalte werden zu Theme-Abschnitten und Metaobjekten.
Beim Checkout ist die Geschichte kurz und klar: checkout.liquid, über das Plus-Händler früher den Checkout umgebaut haben, ist für die Checkout-Schritte seit August 2024 abgeschaltet, und Script-Tags auf Danke- und Bestellstatus-Seiten endeten laut shopify.dev, Stand September 2026, am 26.08.2026 auch für Nicht-Plus-Shops. Was bleibt, sind Checkout-Editor, Checkout-Apps auf Basis von UI-Extensions und mit Plus die Informations-, Versand- und Zahlungsseite sowie die Branding-API. Eigene Checkout-Logik aus Magento, etwa Pflichtfelder je Kundengruppe oder Versandregeln mit Bedingungen, musst du deshalb in diese Bausteine übersetzen oder streichen. Deutsche Pflichten wie den Button-Text „zahlungspflichtig bestellen“ setzt du in den Checkout-Sprachen; der Grundpreis ist nativ und wird von OS-2.0-Themes automatisch angezeigt.
Wie bleiben Rankings erhalten?
Mit einem Redirect-Mapping für jeden Magento-url_key samt .html-Suffix auf die feste Shopify-Route, importiert, bevor die Domain umzieht. Magento erlaubt frei konfigurierbare URLs: Produkt-URLs mit oder ohne Kategoriepfad, wählbares Suffix, eigene Rewrites. Shopify erlaubt nichts davon: Produkte liegen unter /products/, Kollektionen unter /collections/, Seiten unter /pages/, die Präfixe sind fest, die Handles kleingeschrieben, und bei gleichem Titel wird hochgezählt.
Native 301-Weiterleitungen lassen sich laut Shopify-Hilfe, Stand September 2026, per CSV importieren, greifen aber nur, wenn der alte Pfad ein 404 liefert, nicht für Pfade, die mit /products, /collections, /cart oder /orders beginnen, und das Limit liegt bei 100.000 Weiterleitungen im Standard und 20 Millionen auf Plus. Für Magento-Kataloge ist das Limit real: Wenn jedes Produkt unter mehreren Kategoriepfaden erreichbar war, vervielfachen sich die Alt-URLs. Priorisiere nach Traffic, Rankings und Backlinks aus Search Console und Analytics, leite Kategoriepfade auf Kollektionen und Produkte auf ihre neue Produkt-URL, und lass Filter- und Parameter-URLs bewusst weg. Sitemap und hreflang erzeugt Shopify automatisch, editieren kannst du beides nicht. Den kompletten Ablauf von der URL-Inventur bis zum Monitoring nach dem Go-live beschreibt unser Artikel zu SEO bei der Shopify-Migration.
Wann solltest du bei Adobe Commerce bleiben?
Wenn dein Geschäft von Dingen lebt, die Shopify nur mit Plus, mit vielen Apps oder gar nicht abbildet. Vier Situationen sprechen ernsthaft gegen den Wechsel:
- Checkout mit eigener Logik. Wenn Pflichtfelder, Versandregeln und Zahlungsarten je Kundengruppe variieren und das Geschäft davon abhängt, wird Shopify ohne Plus eng und mit Plus zum Entwicklungsprojekt.
- Mehr als drei Preislisten ohne Plus-Budget. Drei Kataloge reichen für viele Händler, aber nicht für ein B2B-Geschäft mit zwanzig Kundengruppen und individuellen Konditionen.
- Viele Websites mit getrennten Sortimenten. Was in Adobe Commerce eine Installation mit mehreren Websites ist, sind in Shopify mehrere Shops mit mehrfacher Pflege oder eine Plus-Organisation.
- Eigener Code als Kern des Geschäfts. Konfiguratoren, Kalkulationen, Schnittstellen in eigene Systeme: Jedes Modul, das du in Magento selbst geschrieben hast, wird in Shopify eine App, die jemand bauen und pflegen muss. Dazu kommt: Shopify ist gehostet, Vertragspartner ist Shopify International Ltd. in Irland, und Subprozessoren sitzen unter anderem in den USA und Kanada. Wer sein Hosting aus gutem Grund selbst kontrolliert, gibt das ab.
Typischer Fall: Ein Magento-2-Shop mit einer Store View, simple und configurable products mit zwei Super-Attributen, Standard-Checkout, PayPal und Klarna, ein Dutzend Extensions für SEO, Bewertungen und Versand. Das ist ein guter Kandidat für Shopify Grow oder Advanced: Attribute werden Metafelder, Extensions werden Apps oder Bordmittel, der Rest ist Theme und Weiterleitungen. Derselbe Händler als B2B-Anbieter mit drei Websites, zwanzig Kundengruppen, konfigurierbaren Produkten mit vier Super-Attributen und Checkout-Extensions landet bei Plus, und selbst dort muss er Produkte aufteilen und Kundengruppen zusammenlegen. Für ihn kann ein Upgrade auf die aktuelle Adobe-Commerce-Version die klügere Investition sein.
Wie lange so ein Projekt dauert, hängt weniger an der Produktzahl als an der Zahl der Übersetzungen: Attribute, Produkttypen, Store Views, Kundengruppen, Extensions. Eine generische Einordnung gibt unser Artikel zur Dauer einer Shop-Migration. Kostenseitig liegt eine Magento-Migration wegen dieser Übersetzungsarbeit meist im oberen Teil der Spanne von vierstellig bis fünfstellig; welche Blöcke den Preis treiben, erklärt unser Artikel zu den Kosten einer Shop-Migration.
Fazit: Übersetzen, nicht kopieren
Eine Magento-Migration ist Übersetzungsarbeit. Produkttypen, Attribute, Kategorien, Store Views, Kundengruppen und Extensions haben in Shopify Gegenstücke, aber jedes ist enger geschnitten als das Original, und genau diese Enge ist der Grund, warum Shopify im Betrieb weniger Aufwand macht. Die Migration ist der Moment, in dem du entscheidest, welche Freiheitsgrade dein Geschäft wirklich braucht und welche du seit Jahren nur mitbezahlst.
Wenn du wissen willst, ob dein Setup nach Shopify passt, nach Shopify Plus, oder ob du besser bei Adobe Commerce bleibst: Erzähl uns von deinem Shop. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Datenmodell, Store Views, B2B-Regeln und Extension-Liste an, plattformneutral, weil wir beide Welten betreuen. Danach bekommst du einen Festpreis für den Weg, der Sinn ergibt, oder die ehrliche Antwort: bleib, wo du bist. Einen ersten Überblick gibt der Migrations-Check auf unserer Seite zur Shop-Migration.