Die Antwort zuerst: Die Kosten einer Shop-Migration liegen je nach Komplexität zwischen einem kleinen vierstelligen und einem fünfstelligen Betrag. Wo dein Projekt in dieser Spanne landet, hängt im Kern an drei Dingen: wie viel Individuelles in deinem alten Shop steckt, wie sauber deine Daten sind und wie viele Systeme am neuen Shop hängen sollen. Alles Weitere, vom Design-Anspruch bis zur Content-Menge, verschiebt den Preis innerhalb dieser Spanne, sprengt sie aber selten.
In diesem Artikel schlüsseln wir ehrlich auf, wofür du bei einer Migration eigentlich bezahlst, welche Posten den Preis treiben und wo du sparen kannst, ohne dir Folgekosten einzuhandeln. Der Beitrag gehört zu unserem großen Leitfaden zur Shop-Migration, falls du das Gesamtbild vom ersten Gedanken bis zum Go-live suchst.
Warum dir niemand seriös einen Pauschalpreis nennen kann
Weil eine Migration kein Produkt aus dem Regal ist, sondern ein Umzug. Stell dir vor, du rufst eine Umzugsfirma an und fragst nur: „Was kostet ein Umzug?“ Die einzige ehrliche Reaktion ist eine Gegenfrage: Wie viele Zimmer, welcher Stock, gibt es einen Aufzug, kommt das Klavier mit? Bei Shops ist es genauso. Zwei Läden mit identischem Umsatz können im Migrationsaufwand meilenweit auseinanderliegen, weil der eine auf einem gepflegten Standard-Theme mit sauberen Daten läuft und der andere zehn Jahre gewachsene Sonderlösungen mitschleppt.
Angebote nach dem Muster „Migration zum Festpreis ab …“ ohne vorherige Analyse funktionieren nur auf zwei Arten. Entweder steckt ein großzügiger Puffer im Preis, den du auch im einfachen Fall mitbezahlst. Oder der Preis ist ein Lockangebot, und alles, was nicht im Kleingedruckten steht, kommt später als Nachtrag obendrauf. Ein echter Festpreis ist trotzdem möglich, aber erst, nachdem sich jemand deinen Shop wirklich angesehen hat. Wie das geht, zeigen wir dir am Ende des Artikels.
Typischer Fall: Zwei Anfragen, beide „ein paar hundert Produkte, Umzug auf eine neue Plattform“. Der erste Shop läuft auf einem Standard-Theme, hat gepflegte Daten und keine Anbindungen. Der zweite hängt an einer betagten Warenwirtschaft, bringt mehrere individuell entwickelte Checkout-Funktionen mit und Produktdaten, die seit Jahren niemand aufgeräumt hat. Auf dem Papier klingen beide Projekte gleich. In der Kalkulation liegt zwischen ihnen ein Vielfaches.
Die Kostenblöcke einer Migration im Detail
Fast jede Migration besteht aus denselben sieben Blöcken. Von Projekt zu Projekt ändert sich nicht die Liste, sondern die Gewichtung: Mal frisst die Datenmigration das meiste Budget, mal das Design, mal die Schnittstellen. Geh die Blöcke einmal mit deinem eigenen Shop im Kopf durch, dann bekommst du schnell ein Gefühl dafür, wohin dein Budget fließen wird.
1. Analyse und Konzept. Bevor irgendetwas umzieht, braucht es eine Bestandsaufnahme: Welche Funktionen nutzt dein Shop wirklich, welche Daten kommen mit, welche Systeme hängen dran, was darf zurückbleiben? Dieser Block wirkt auf dem Angebot unscheinbar, verhindert aber genau die Überraschungen, die mitten im Projekt teuer werden.
2. Design und Theme-Aufbau. Hier ist die Spanne am größten. Ein angepasstes Standard-Theme der Zielplattform kostet einen Bruchteil eines frei entworfenen Designs. Dazwischen liegt der Nachbau deines bestehenden Looks im neuen System, der oft aufwendiger ist, als er klingt, weil kein Theme-System dem anderen gleicht.
3. Datenmigration. Produkte, Varianten, Kategorien, Kunden, Bestellungen, Gutscheine: Alles muss aus dem alten System exportiert, in die Logik des neuen übersetzt und kontrolliert importiert werden. Diese Übersetzungsarbeit, das sogenannte Mapping, ist der Kern des Blocks. Was dabei im Detail passiert und welche Fallstricke lauern, liest du in unserem Beitrag zur Datenübernahme bei der Shop-Migration.
4. Schnittstellen und ERP. Warenwirtschaft, Versanddienstleister, Zahlungsanbieter, Newsletter-Tool, Marktplatz-Anbindungen: Jede dieser Verbindungen muss im neuen System neu geknüpft, ersetzt oder bewusst abgelöst werden. Hier entscheidet sich oft, ob ein Projekt vierstellig bleibt oder fünfstellig wird.
5. SEO-Erhalt. Beim Umzug ändern sich fast immer URLs. Damit deine Rankings den Wechsel überleben, braucht es ein sauberes Redirect-Konzept, gepflegte Meta-Daten und einen Abgleich der alten mit der neuen Seitenstruktur.
6. Testing. Bestellen, bezahlen, stornieren, retournieren: Vor dem Go-live wird jeder wichtige Ablauf durchgespielt, auf Desktop und Smartphone, mit jeder Zahlart, mit Gutschein und ohne.
7. Go-live und Nachbetreuung. Der Umzugstag selbst plus die Wochen danach, in denen die Kleinigkeiten auffallen, die kein Test der Welt vorher findet. Wie sich all diese Blöcke zeitlich verteilen, zeigt dir unser Artikel zur Dauer einer Shop-Migration.
| Kostenblock | Was dahinter steckt | Wovon der Aufwand abhängt |
|---|---|---|
| Analyse und Konzept | Bestandsaufnahme, Zielbild, Migrationsplan | Alter und Wildwuchs des Alt-Shops |
| Design und Theme | Theme anpassen oder Design neu aufbauen | Standard-Theme oder Individualdesign |
| Datenmigration | Export, Mapping, Import, Kontrolle | Datenmenge und Datenqualität |
| Schnittstellen und ERP | Anbindungen neu aufbauen und testen | Zahl und Alter der Systeme |
| SEO-Erhalt | Redirects, Meta-Daten, Strukturabgleich | Größe des Shops und organischer Traffic |
| Testing | Testkäufe, Zahlarten, Geräte, Grenzfälle | Funktionsumfang und Variantenlogik |
| Go-live und Nachbetreuung | Umstellung, Monitoring, Nacharbeiten | Komplexität und Risikopuffer |
Was den Preis nach oben treibt
Sechs Faktoren tauchen in fast jedem Projekt auf, das deutlich teurer wird als der Durchschnitt. Prüfe ehrlich, wie viele davon auf deinen Shop zutreffen:
- Komplexe Variantenlogik. Ein T-Shirt in drei Größen ist harmlos. Ein konfigurierbares Produkt mit abhängigen Optionen, Staffelpreisen und Sonderregeln pro Kundengruppe ist ein eigenes kleines Projekt.
- Individualentwicklungen. Jede Funktion, die dein alter Shop konnte und das neue System nicht mitbringt, muss nachgebaut, ersetzt oder bewusst gestrichen werden. Nachbauen ist die teuerste der drei Optionen.
- ERP- und PIM-Anbindungen. Sobald eine Warenwirtschaft oder ein Produktdatensystem angebunden ist, migrierst du nicht nur einen Shop, sondern ein Stück Systemlandschaft. Abstimmung, Mapping und Tests vervielfachen sich.
- Multistore und Mehrsprachigkeit. Mehrere Länder, Sprachen, Währungen oder Marken bedeuten mehrfachen Aufwand bei Inhalten, Steuern, Rechtstexten und Tests.
- Content-Menge. Hunderte Kategorietexte, Landingpages und Blogartikel wollen übernommen, geprüft und neu verknüpft werden. Das läppert sich schneller als jeder andere Posten.
- Datenqualität. Doppelte Kunden, verwaiste Artikel, inkonsistente Attribute: Je schmutziger die Daten, desto mehr Handarbeit steckt im Mapping.
Wichtig zur Einordnung: Keiner dieser Punkte ist ein Grund zur Panik. Sie machen die Migration nicht unmöglich, nur aufwendiger. Wer sie vorher kennt und offen benennt, bekommt ein realistisches Angebot. Wer sie verschweigt oder übersieht, bekommt Nachträge.
Wo du sparen kannst, ohne es später zu bereuen
Der größte Sparhebel liegt nicht im Verhandeln, sondern in deiner Vorbereitung. Diese vier Dinge kannst du selbst übernehmen und damit den Aufwand der Agentur spürbar senken:
- Daten vorab ausmisten. Lösche Karteileichen, führe doppelte Kundenkonten zusammen, räume Kategorien und Attribute auf. Jeder Datensatz, der nicht mit umzieht, kostet auch nichts.
- Content selbst liefern. Texte, Bilder und Übersetzungen, die du fertig und sortiert bereitstellst, muss niemand für teures Geld zusammensuchen.
- Standard statt Sonderlocke. Frag bei jeder Spezialfunktion ehrlich: Braucht das Geschäft sie oder nur die Gewohnheit? Ein Standardprozess der neuen Plattform ist fast immer günstiger als der Nachbau des alten.
- Entscheidungen bündeln. Eine feste Ansprechperson, die zügig entscheidet, spart teure Schleifen. Nichts treibt Kosten so zuverlässig wie ein Projekt, das ständig auf Freigaben wartet.
Eine ehrliche Einordnung gehört dazu: Selbst mitarbeiten spart Agenturstunden, kostet dich aber eigene Zeit. Plane sie realistisch ein, gerade neben dem Tagesgeschäft. Und aufgeräumte Daten nützen dir übrigens auch dann, wenn du dich am Ende gegen den Umzug entscheidest.
Wo Sparen richtig teuer wird
Drei Posten sehen auf dem Angebot nach Streichkandidaten aus und sind das Gegenteil davon: Redirects, Testing und Datenmapping. Wer hier kürzt, bezahlt später mit Zins und Zinseszins.
Bei den Redirects entscheidet sich, ob deine über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit den Umzug überlebt. Fehlen die Weiterleitungen von alten auf neue URLs, laufen Google und deine Stammkunden ins Leere, und der organische Umsatz bricht ein. Wie du das verhinderst, steht in unserem Beitrag zur Shop-Migration ohne Ranking-Verlust.
Beim Testing gilt: Was du nicht testest, testet dein Kunde. Ein kaputter Gutschein-Code oder eine Zahlart, die im neuen Shop hakt, fällt sonst erst auf, wenn Bestellungen ausbleiben und die Support-Tickets kommen.
Und beim Datenmapping rächt sich Schlamperei doppelt: Falsch zugeordnete Attribute, verlorene Bestellhistorien oder kaputte Kundenkonten reparierst du hinterher in mühsamer Handarbeit, im laufenden Betrieb, unter Zeitdruck. Diese drei Klassiker führen nicht zufällig auch die Liste der häufigsten Fehler bei der Shop-Migration an.
Der teuerste Posten einer Migration steht auf keinem Angebot: das, was kaputtgeht, wenn an der falschen Stelle gespart wurde.
Die versteckten Kosten nach dem Go-live
Das Angebot der Agentur ist nicht die ganze Rechnung. Drei Posten tauchen erst nach dem Umzug auf und gehören trotzdem von Anfang an in deine Kalkulation:
- Lizenz- und App-Kosten der Zielplattform. Monatliche Gebühren, kostenpflichtige Apps und Plugins, je nach System auch Transaktionsgebühren. Ein Shop, der in der Anschaffung günstig wirkt, kann im Betrieb teurer sein als die Alternative. Rechne deshalb immer über mehrere Jahre.
- Schulung. Dein Team hat jahrelang mit dem alten System gearbeitet. Die ersten Wochen im neuen kosten Einarbeitungszeit, und eine ordentliche Schulung ist billiger als monatelanges Herumprobieren.
- Doppelbetrieb. Während der Umstellung laufen altes und neues System eine Zeit lang parallel: Hosting, Lizenzen, Zugriff auf Altdaten für Buchhaltung und Support. Das sind selten große Beträge, aber sie summieren sich, wenn niemand daran gedacht hat.
Frag deshalb bei jedem Angebot konkret nach, welche dieser Posten enthalten sind und welche du selbst trägst. Die Antwort verrät dir viel über die Seriosität des Anbieters.
Festpreis statt böser Überraschung: So entsteht eine seriöse Kalkulation
Eine seriöse Kalkulation läuft in umgekehrter Reihenfolge zum Lockangebot: erst schauen, dann rechnen, dann ein Preis, der hält. Konkret heißt das: ein Gespräch über dein Geschäft und deine Ziele, ein Blick in deinen Shop, deine Daten und deine Schnittstellen, und erst danach ein Angebot, in dem jeder Block aus diesem Artikel als eigener Posten auftaucht. So kannst du Angebote vergleichen, statt zu raten.
Genau so arbeiten wir bei Webforging: plattformneutral, mit einem kostenlosen Erstgespräch und einem Festpreis, der nach der Analyse steht und nicht mittendrin nachverhandelt wird. Und manchmal ist das ehrliche Ergebnis auch: Bleib, wo du bist. Wenn dein Shop stabil läuft, dein System gepflegt wird und nichts dich bremst, ist eine Migration nur wegen schönerer Technik selten ihr Geld wert. Was wir bei einem Umzug im Einzelnen übernehmen, findest du auf unserer Leistungsseite zur Shop-Migration.
Unterm Strich: Eine Migration kostet so viel wie die Summe ihrer Blöcke, und die kannst du beeinflussen. Mit sauberen Daten, klaren Entscheidungen und Mut zum Standard drückst du den Preis spürbar. An Redirects, Testing und Mapping sparst du dagegen nie, ohne es später doppelt zu bezahlen. Wenn du wissen willst, wo dein Shop in der Spanne landet: Erzähl uns kurz von deinem Projekt. Wir schauen ihn uns kostenlos an, rechnen ehrlich und nennen dir danach einen Festpreis, mit dem du wirklich planen kannst.