Shopify · 20. September 2026 · 15 Min. Lesezeit
SEO bei der Shopify-Migration: URL-Muster, Weiterleitungen, Canonicals und Märkte
SEO bei der Shopify-Migration: welche URL-Struktur Shopify vorgibt, wie du Weiterleitungen baust, was Shopify nicht kann und wie Rankings erhalten bleiben.
von Benedict Mühlberger
Teil 11 von 16 im Themen-Guide Shopify-Migration
Deine Rankings überstehen den Wechsel zu Shopify, wenn jede alte URL vor dem Go-live ein Ziel in der neuen Struktur hat und Shopify dieses Ziel auch anspringen kann. Shopify gibt die URL-Muster vor: Produkte liegen unter /products/, Kategorien werden zu Kollektionen unter /collections/, Seiten unter /pages/, Blogartikel unter /blogs/, und an diesen Präfixen lässt sich nichts ändern. Deine SEO-Arbeit verlagert sich deshalb vom Server in eine Mapping-Tabelle, die du als Weiterleitungen in Shopify importierst; Sitemap, hreflang und Canonicals regelt Shopify weitgehend selbst. Was du nicht bekommst, sind eigene Serverregeln, Weiterleitungen nach Muster und Weiterleitungen von Shopifys Systempfaden.
Dieser Beitrag vertieft das Kapitel „Wie bleiben Rankings erhalten, wenn Shopify die URLs vorgibt?“ aus unserem Leitfaden zur Shopify-Migration. Die plattformneutralen Grundlagen, also URL-Inventar, 1:1-Mapping, 301 statt 302 und Monitoring, stehen in unserem Beitrag zum SEO-Erhalt bei der Shop-Migration. Hier geht es nur um das, was bei Shopify anders ist: feste Routen, ein Weiterleitungssystem mit klaren Grenzen, eine unantastbare Sitemap und Märkte, die hreflang erledigen.
Warum ist SEO bei Shopify anders als bei einem Server, den du selbst konfigurierst?
Weil du bei Shopify keinen Server hast. Bei Shopware, Magento oder WooCommerce liegt zwischen Besucher und Shop ein Webserver, den du oder deine Agentur konfiguriert: Weiterleitungsregeln mit Mustern, eine robots.txt als Datei, eigene Pfade für alles. Bei Shopify liegt dort Shopifys Infrastruktur mit genau den Stellschrauben, die Shopify für alle Händler vorsieht. Das ist bequem, weil Hosting und Zertifikate nicht mehr deine Baustelle sind, und einschränkend, weil ein gewachsener Shop mit vielen Jahren URL-Geschichte in ein Raster passen muss, das nicht für ihn gemacht wurde.
Konkret heißt das: keine Serverkonfiguration, keine .htaccess, keine Weiterleitungen mit regulären Ausdrücken. Die robots.txt lässt sich nur über die Theme-Datei robots.txt.liquid verändern, laut Shopify-Hilfe zur robots.txt, Stand September 2026, und Shopify stuft diese Anpassung ausdrücklich als nicht unterstützt ein. Die Sitemap erzeugt Shopify selbst, strukturierte Daten kommen aus dem Theme, und Weiterleitungen sind eine Liste exakter Pfade, kein Regelwerk.
Für die Migration folgt daraus eine Verschiebung: Die Arbeit, die früher in der Serverkonfiguration steckte, steckt jetzt in der Vorbereitung. Wer die Mapping-Tabelle komplett hat, bevor der Shop live geht, hat den größten Teil des SEO-Umzugs erledigt; wer sie nach dem Go-live „schnell nachzieht“, verliert die Wochen, in denen Google die neuen URLs zum ersten Mal crawlt. Die Ladezeit hängt bei Shopify dagegen fast nur am Theme, an den Bildern und an den Apps; mehr dazu in unserem Beitrag zu Core Web Vitals im E-Commerce.
Welche URL-Struktur gibt Shopify vor?
Feste Routen mit festen Präfixen, hinter denen ein Handle steht: /products/{handle} für Produkte, /collections/{handle} für Kollektionen, /pages/{handle} für Seiten, /blogs/{blog-handle}/{article-handle} für Blogartikel, laut Shopify-Entwicklerdokumentation zu den Theme-Templates, Stand September 2026. Die Präfixe kannst du nicht umbenennen, nicht übersetzen und nicht weglassen. Ein deutscher Shop hat also /collections/ in der URL, auch wenn im Menü „Kategorien“ steht.
Der Handle ist der Teil, den du beeinflusst. Shopify leitet ihn aus dem Titel ab, schreibt ihn klein, ersetzt Leer- und Sonderzeichen durch Bindestriche und zählt bei Dubletten hoch: Aus zwei Produkten namens „Kanne“ werden kanne und kanne-1. Beim Import gibst du den Handle in der CSV vor, statt Shopify raten zu lassen, denn der Handle ist die URL, auf die deine Weiterleitungen zeigen. Wie Handles, Kollektionen und Metafelder beim Produktimport zusammenspielen, steht im Beitrag zur Migration von Produktdaten nach Shopify.
Drei Eigenheiten dieser Struktur treffen fast jeden Umzug:
- Kategoriebäume werden flach. Shopify kennt keine verschachtelten Kategorien mit Pfad-URLs. Aus
/herren/schuhe/sneaker/wird eine flache Kollektion wie/collections/herren-sneaker; die Hierarchie lebt im Menü und in den Filtern, nicht in der URL. Jede Ebene deines alten Baums braucht deshalb eine Entscheidung: eigene Kollektion, Filter innerhalb einer Kollektion, oder weg. - Produkte haben zwei Adressen. Ein Produkt ist unter
/products/{handle}erreichbar und zusätzlich unter/collections/{kollektion}/products/{handle}, wenn das Theme Links innerhalb der Kollektion baut. Shopify rät in der Dokumentation zum within-Filter, Stand September 2026, SEO-seitig zur Vorsicht. Verbreitet wird beschrieben, dass der Canonical-Tag solcher Seiten auf die Produkt-URL ohne Kollektionspfad zeigt; eine offizielle Zusage dafür haben wir nicht gefunden, prüfe es im gewählten Theme. - Der Blog bekommt einen doppelten Pfad. Blogartikel liegen nicht unter
/blog/artikel, sondern unter/blogs/{blog-handle}/{artikel-handle}. Wer aus WordPress kommt, wo Beitrags-URLs oft direkt unter der Domain oder unter einem Datum liegen, muss jeden Artikel einzeln mappen; dazu mehr im Beitrag zum Wechsel von WooCommerce zu Shopify.
Wie baust du das Redirect-Mapping?
Als Tabelle mit zwei Spalten, alte URL und neue URL, in der jede indexierte oder verlinkte Alt-URL genau eine Zeile bekommt. Das klingt banal und ist die eigentliche Arbeit des SEO-Umzugs. Die Tabelle entsteht in fünf Schritten, und die Reihenfolge ist wichtig.
- Inventur. Sammle alle URLs, die es gibt und die jemand kennt: aus einem kompletten Crawl des alten Shops, aus der Search Console (Seiten mit Impressionen), aus der Webanalyse (Seiten mit Besuchen), aus dem Backlink-Profil und aus der alten Sitemap. Keine dieser Quellen reicht allein. Wichtig ist auch, was nicht mehr existiert, aber noch verlinkt wird: alte Aktionsseiten, ausgelaufene Produkte, umbenannte Kategorien.
- Mapping. Ordne jeder Alt-URL ihr neues Ziel zu, so genau wie möglich: Produkt auf Produkt, Kategorie auf die Kollektion mit demselben Sortiment, Blogartikel auf Blogartikel, Infoseite auf Seite. Erst wenn es kein gleichwertiges Ziel gibt, leitest du eine Ebene höher, etwa eine aufgelöste Unterkategorie auf die übergeordnete Kollektion. Was du vermeidest: alles auf die Startseite, für Suchmaschinen kaum besser als ein Fehler 404 und für Besucher eine Sackgasse.
- Import. Die fertige Tabelle lädst du unter Onlineshop, Navigation, URL-Weiterleitungen als CSV hoch, laut Shopify-Hilfe zu URL-Weiterleitungen, Stand September 2026. Die Vorlage hat zwei Spalten, „Redirect from“ und „Redirect to“; der Quellpfad ist relativ zur Shop-Domain, das Ziel darf auch extern sein. Führe die Tabelle von Anfang an in genau diesem Format.
- Prüfung. Vor dem Go-live prüfst du das Mapping gegen die neue Struktur: Existiert jedes Ziel, stimmen die Handles? Nach dem Go-live rufst du alle Alt-URLs automatisiert ab und vergleichst Statuscode und Ziel mit deiner Tabelle. Jede Abweichung ist ein Fehler im Mapping, ein Tippfehler im Handle oder einer der Fälle aus dem nächsten Abschnitt.
- Monitoring. In den Wochen danach beobachtest du drei Dinge: die Seiten mit Fehler 404 in Search Console und Webanalyse, die Indexabdeckung und die Rankings der wichtigsten Begriffe. Neue 404-Treffer sind Alt-URLs, die in der Inventur gefehlt haben; sie bekommen nachträglich eine Zeile. Wie lange das dauert, hängt davon ab, wie oft Google deinen Shop crawlt; bei einem gewachsenen Shop sind es Wochen bis Monate, nicht Tage.

Zum Mapping gehören auch URLs, die im alten Shop nur durch Technik entstanden sind: Filter- und Parameter-URLs, paginierte Kategorieseiten, Druckansichten, Session-Parameter. Die meisten sollten nie im Index gewesen sein; sind sie es doch, entscheidest du je Muster, ob sie auf die Basis-URL zeigen oder gar nicht weitergeleitet werden. Bild-URLs ändern sich bei Shopify immer, weil Bilder auf Shopifys CDN liegen; das Weiterleiten lohnt sich selten, wichtiger ist, Alt-Texte und Dateinamen mitzunehmen.
Bei Shopify verlagert sich die SEO-Arbeit einer Migration vom Server in die Mapping-Tabelle: Was dort keine Zeile hat, findet nach dem Go-live niemand mehr.
Und dann die Regel, die bei jedem Umzug gilt und bei Shopify leicht vergessen wird, weil die Liste im Admin so aufgeräumt aussieht: Redirects bleiben dauerhaft. Sie werden nicht nach einer Schonfrist abgeräumt, sondern nur ergänzt, weil Backlinks und Lesezeichen nie ablaufen.
Welche Weiterleitungen kann Shopify nicht?
Drei Arten, und alle drei stehen in der Shopify-Hilfe, werden aber im Migrationsplan gern übersehen: Weiterleitungen von Pfaden, die Shopify selbst belegt, Weiterleitungen nach Muster und Weiterleitungen von Pfaden, die keinen Fehler 404 liefern.
Systempfade. Shopify leitet keine Pfade weiter, die mit /apps, /application, /cart, /carts, /orders, /services oder /shop beginnen, und auch nicht die Übersichtspfade /products, /collections und /collections/all. Relevant wird das, wenn dein alter Shop dieselben Pfade nutzte, etwa /shop als Einstieg in den Katalog, oder wenn ein Warenkorb-Link aus alten Newslettern weiterleben soll. Solche URLs kannst du in Shopify nicht retten, nur vorher aus Newslettern, Anzeigen und internen Links entfernen.
Muster. Eine Weiterleitung in Shopify ist immer ein exakter Pfad. /kategorie/schuhe/* auf /collections/schuhe gibt es nicht, und auch keine Regel, die .html am Ende abschneidet. Was ein Webserver mit einer Zeile erledigt, wird bei Shopify zu so vielen Zeilen, wie es Alt-URLs gibt. Das ist der Grund, warum die Inventur lückenlos sein muss: Es gibt kein Sicherheitsnetz, das unbekannte Alt-URLs auffängt.
Pfade, die keinen 404 liefern. Eine Weiterleitung greift nur, wenn der Quellpfad sonst einen Fehler 404 liefern würde. Existiert unter dem alten Pfad im neuen Shop zufällig eine Seite, gewinnt die Seite. Praktisch heißt das: Du kannst keine bestehende Shopify-Seite per Weiterleitung überschreiben, und eine Kollektion, die du aus Versehen unter dem alten Kategorie-Handle angelegt hast, blockiert die geplante Weiterleitung. Meist merkt man das erst bei der Prüfung nach dem Go-live.
Limits. Ein Shop auf den Standard-Plänen kann bis zu 100.000 Weiterleitungen anlegen, Shopify Plus bis zu 20 Millionen, Stand September 2026. Für die meisten Händler ist das keine spürbare Grenze; große Kataloge mit vielen historischen URL-Varianten je Produkt kommen aber in die Nähe. Dann priorisierst du: erst alles mit Impressionen, Besuchen oder Backlinks, dann der Rest.
Wie ziehen Meta-Daten, Canonicals und strukturierte Daten um?
Jedes SEO-Element hat in Shopify einen festen Ort; bei der Migration geht es darum, diesen Ort zu kennen und beim Import zu füllen.
| SEO-Element | Wo es in Shopify liegt | Beim Umzug |
|---|---|---|
| URL (Handle) | Feld „URL und Handle“ je Produkt, Kollektion, Seite und Artikel; CSV-Spalte „Handle“ | In der CSV vorgeben: klein, ohne Sonderzeichen |
| Seitentitel | SEO-Bereich je Objekt, bis 70 Zeichen; CSV-Spalte „SEO Title“ | Aus dem Altsystem exportieren und mitimportieren |
| Meta-Beschreibung | SEO-Bereich je Objekt, bis 160 Zeichen; CSV-Spalte „SEO Description“ | Mitnehmen, fehlende ergänzen |
| Weiterleitungen | Onlineshop, Navigation, URL-Weiterleitungen; CSV-Import | Mapping-Tabelle importieren |
| Canonical-Tag | Theme, automatisch je Seite | Im Theme prüfen, nicht je Seite pflegen |
| robots.txt | Theme-Datei robots.txt.liquid | Nur anfassen, wenn nötig |
| Sitemap | Automatisch unter /sitemap.xml | Nicht editierbar; in der Search Console einreichen |
| hreflang | Automatisch über Märkte | Märkte sauber anlegen, nichts von Hand |
| Strukturierte Daten | Theme (Produkt-, Breadcrumb- und Organisations-Markup) | Theme prüfen, Lücken per Theme-Anpassung oder App |
| Alt-Texte | Je Bild; CSV-Spalte „Image Alt Text“, bis 512 Zeichen | Mitimportieren, auf Länge prüfen |
Drei Punkte aus der Tabelle verdienen einen zweiten Blick.
Titel und Beschreibungen. Shopify erlaubt Seitentitel bis 70 Zeichen und Meta-Beschreibungen bis 160 Zeichen, laut Shopify-Hilfe, Stand September 2026. Längere Titel aus dem Altsystem kürzt du vor dem Import in der Tabelle, sonst entscheidet das Werkzeug für dich. Und wo das Altsystem Titel automatisch aus Produktnamen gebaut hat, ist die Migration der Moment, sie einmal bewusst zu schreiben.
Canonicals. Bei Shopify pflegst du keine Canonical-Tags je Seite; das Theme setzt sie über die Liquid-Variable canonical_url automatisch. Du kannst Canonicals aus dem Altsystem also nicht übernehmen, musst es aber auch nicht. Prüfe im Theme, ob der Canonical bei Produkten in Kollektionspfaden und bei paginierten oder gefilterten Kollektionsseiten dorthin zeigt, wo du ihn erwartest; bei individuell entwickelten Themes ist das eine Zeile, die man leicht vergisst.
Strukturierte Daten. Produkt-Markup, Breadcrumbs und Organisationsdaten kommen aus dem Theme, nicht aus einer Einstellung im Admin. Shopify stellt dafür einen Liquid-Filter bereit, der aus Produkten und Artikeln JSON-LD erzeugt, laut Shopify-Entwicklerdokumentation, Stand September 2026. Was dein Theme daraus tatsächlich ausgibt, prüfst du mit dem Test für Rich-Suchergebnisse vor dem Go-live. Sauberes Markup ist nicht nur für Google wichtig, sondern auch für KI-Suchsysteme, die Produkte aus genau diesen Daten lesen; mehr dazu in unserem Beitrag zur Generative Engine Optimization.
Was ist mit Sprachen, Märkten und hreflang?
Bei Shopify erledigen die Märkte das, was du sonst per hreflang-Tags oder Sitemap-Einträgen von Hand pflegen würdest. Sobald ein Markt eine eigene Domain, Subdomain oder einen Unterordner hat, setzt Shopify die hreflang-Tags inklusive x-default automatisch, laut Shopify-Hilfe zu Märkten und SEO, Stand September 2026. Du entscheidest also über die Struktur, etwa einen Unterordner je Sprache oder eine eigene Domain je Land, und Shopify leitet die Signale daraus ab.
Für die Migration heißt das: Wenn dein alter Shop Sprachen über eigene Domains, Unterordner oder Parameter abbildete, überträgst du nicht die hreflang-Tags, sondern die Struktur. Jede alte Sprach-URL braucht ein Ziel im passenden Markt-Unterordner; weil Weiterleitungen für alle Unterordner gelten, legst du sie nur einmal an. Einplanen musst du: Shopify erlaubt auf den Standard-Plänen bis zu 20 Sprachen, auf Plus 30, Stand September 2026, und die Übersetzungen kommen über Translate & Adapt, eine Übersetzungs-App oder einen Import mit Werkzeugen wie Matrixify, nicht über die Produkt-CSV. Viele Sprachen mit eigenen Texten sind ein eigener Arbeitsblock.
Ein Sonderfall sind Shops, die ein Land bisher mit mehreren Domains bedient haben, etwa .de und .com mit identischem Inhalt. Bei Shopify verbindest du beide, machst eine zur primären Domain und leitest die andere darauf um, laut Shopify-Hilfe zur Domainverwaltung, Stand September 2026; die zweite Domain ist dann ein Alias, kein Markt. Das räumt oft alte Probleme mit doppelten Inhalten mit ab.
Wie läuft der Go-live SEO-seitig?
In fünf Schritten, und der erste davon beginnt Tage vor dem Umschalten: Domain vorbereiten, Weiterleitungen importieren, Passwortschutz aufheben, Sitemap einreichen, beobachten.
Domain. Shopifys Weiterleitungen greifen erst, wenn Anfragen an deine Domain bei Shopify ankommen; solange die Domain auf den alten Server zeigt, sieht Shopify die Anfragen nie. Das ist eine logische Folge der Funktionsweise, nicht wörtlich dokumentiert, aber der Grund, warum SEO-Vorbereitung und DNS-Umstellung zusammengehören. Für die Domain gibt es zwei Wege: übertragen oder verbinden. Ein Domain-Transfer zu Shopify kann laut Shopify-Hilfe zum Domain-Transfer, Stand September 2026, bis zu 20 Tage dauern. Unsere Schlussfolgerung daraus: Lass die Domain beim bisherigen Anbieter und verbinde sie nur per DNS-Eintrag mit Shopify. Das Umschalten ist dann eine DNS-Änderung, die du steuerst, kein Transferprozess mit fremdem Zeitplan.
Weiterleitungen importieren, bevor die Domain umzieht. Die Mapping-Tabelle ist zum Zeitpunkt des Umschaltens importiert, nicht „kommt gleich danach“. In dem Moment, in dem die Domain auf Shopify zeigt, treffen die ersten Crawler und Besucher mit alten URLs ein.
Passwortschutz aufheben. Solange der Shop hinter der Passwortseite liegt, sehen Suchmaschinen nur diese Seite. Der Passwortschutz fällt in dem Moment, in dem der Shop verkaufen soll, nicht früher und nicht später.
Sitemap einreichen. Shopify erzeugt die Sitemap unter /sitemap.xml automatisch, laut Shopify-Hilfe zur Sitemap, Stand September 2026, mit Produkten, Kollektionen, Seiten und Blogartikeln, je Domain eine eigene. Du kannst sie nicht bearbeiten, aber am Tag des Umschaltens in der Search Console einreichen. Die alte Sitemap bleibt dort eine Weile bestehen, damit Google die alten URLs noch einmal abruft und die Weiterleitungen findet.
Beobachten. Search Console (Indexabdeckung, Seiten mit 404, Leistung der wichtigsten Seiten), Webanalyse (organischer Traffic je Landingpage) und eine Ranking-Beobachtung für die Begriffe, die Umsatz bringen. Nicht täglich in Panik, aber wöchentlich mit Liste. Schwankungen in den ersten Wochen sind normal; ein anhaltender Einbruch bei bestimmten Seiten ist dagegen ein Hinweis auf fehlende oder falsche Weiterleitungen.
Was geht bei Shopify SEO-seitig nicht?
Einige Dinge, die auf einem eigenen Server selbstverständlich sind, und du solltest sie kennen, bevor du dich für den Wechsel entscheidest:
- Keine eigene URL-Struktur.
/products/,/collections/,/pages/und/blogs/sind gesetzt. Wer aus SEO-Gründen an kurzen, sprechenden Kategorie-URLs ohne Präfix hängt, verliert sie. - Keine Muster-Weiterleitungen und keine Serverregeln. Jede Weiterleitung ist eine Zeile; es gibt keine .htaccess, keine regulären Ausdrücke, keine Header-Regeln.
- Keine Weiterleitung von Systempfaden und keine Weiterleitung von Pfaden, die im neuen Shop existieren.
- Keine editierbare Sitemap. Du kannst weder Seiten ausschließen noch Prioritäten setzen.
- Keine robots.txt als Datei. Nur über
robots.txt.liquid, offiziell nicht unterstützt. - Keine Canonicals je Seite im Admin. Das Theme entscheidet.
- Kein Zugriff auf Caching und Server-Antwortzeiten. Ladezeit steuerst du über Theme, Bilder und Apps, sonst nichts.
Für die meisten Händler ist keiner dieser Punkte ein Grund, nicht zu wechseln; sie kosten Vorbereitung, und die ist planbar. Ein Shop, dessen Sichtbarkeit aber auf einer sehr speziellen URL-Architektur beruht, etwa auf tief verschachtelten Kategorie-Pfaden mit vielen rankenden Filterseiten, sollte vor dem Wechsel ehrlich prüfen, was davon in Kollektionen und Filtern abbildbar ist. Beim Wechsel von Shopware zu Shopify ist das oft die entscheidende Frage, weil Shopware frei konfigurierbare SEO-URLs erlaubt und Shopify nicht.
Typischer Fall: gewachsener Shop mit tiefen Kategorien
Typischer Fall: Ein Händler mit großem Sortiment zieht von Shopware zu Shopify. Die alten URLs sind sprechend und tief verschachtelt, Filterseiten wie „Sneaker in Weiß“ ranken für eigene Begriffe, der Blog liegt direkt unter der Domain, und über die Jahre haben sich mehrere URL-Generationen angesammelt: mit und ohne .html, mit alten Kategorienamen, mit Umlauten und ohne.
Die Inventur fördert weit mehr URLs zutage, als das aktuelle Sortiment hat, weil jede Generation noch irgendwo verlinkt oder indexiert ist. Das Mapping ordnet Produkte auf Produkte, Kategorien auf Kollektionen und die rankenden Filterseiten auf eigene, manuell angelegte Kollektionen mit eigenem Text. Die Blogartikel wandern unter /blogs/magazin/, jeder mit eigener Zeile; alte URL-Generationen zeigen auf dieselben Ziele wie die aktuellen. Die Domain bleibt beim bisherigen Anbieter und wird per DNS verbunden, die Tabelle ist vor dem Umschalten importiert, die Sitemap wird am selben Tag eingereicht. In den Wochen danach tauchen in der 404-Liste einige Alt-URLs auf, die in keiner Quelle standen, meist aus alten Newslettern; sie bekommen nachträglich eine Zeile. Die Rankings schwanken in den ersten Wochen; welche Seiten sich wie einpendeln, zeigt erst die Beobachtung.
Fazit: Die Tabelle ist der Umzug
SEO bei der Shopify-Migration ist weniger Technik als Sorgfalt. Shopify nimmt dir Server, Sitemap und hreflang ab und gibt dir dafür feste Routen, eine Weiterleitungsliste mit klaren Grenzen und ein Theme, das über Canonicals und strukturierte Daten entscheidet. Deine Arbeit ist die Inventur, das Mapping und die Beobachtung danach, und alle drei lassen sich planen, wenn du früh damit anfängst. Was nicht geht, geht auch mit der besten Agentur nicht; was geht, entscheidet sich in der Vorbereitung.
Wenn du wissen willst, wie deine URL-Struktur nach Shopify passt und wie groß die Tabelle in deinem Fall würde, erzähl uns von deinem Shop. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns deine URLs, deine Rankings und dein Sortiment an, plattformneutral und mit einem Festpreis, der nach der Analyse steht. Manchmal ist die ehrliche Antwort dabei: Bleib, wo du bist, weil deine Sichtbarkeit an einer Struktur hängt, die Shopify nicht abbilden kann. Und manchmal ist sie: Der Umzug ist machbar, aber die Inventur beginnt heute. Was wir bei einer Migration im Einzelnen übernehmen, steht auf unserer Seite zur Shop-Migration, dort findest du auch den Migrations-Check.