Die Shopify-Einstellungen sind das Fundament des Shops: Alles, was einmal richtig sein muss und danach selten angefasst wird. Sie öffnen sich als eigene Ebene über dem Admin und enthalten rund zwanzig Bereiche. Für einen deutschen Shop sind davon vier zwingend, bevor der erste Kunde kaufen kann, nämlich Zahlungen, Versand, Steuern und Richtlinien.
Dieser Beitrag gehört zum großen Guide über den Shopify Admin und geht die Bereiche der Reihe nach durch, mit dem Fokus auf die Punkte, die in der Praxis Ärger machen.
Wie öffnest du die Einstellungen?
Über den abgesetzten Punkt ganz unten links, oder mit dem Tastenkürzel G gefolgt von S. Die Einstellungen legen sich als eigene Ebene über den Admin, mit eigener Navigation links und einem Schließen-Symbol oben rechts.

Die Navigation ist zweigeteilt. Oben stehen Organisation und Benutzer, die für alle Shops deines Kontos gelten. Darunter, nach dem Shop-Namen, folgen die Bereiche, die nur diesen einen Shop betreffen. Diese Trennung wird schnell wichtig, sobald du mehr als einen Shop betreibst.
Welche Bereiche gibt es?
| Bereich | Wofür er zuständig ist | Vor dem ersten Verkauf? |
|---|---|---|
| Organisation | Juristische Person, kontoübergreifende Daten | nein |
| Benutzer | Mitarbeitende und ihre Berechtigungen | bei Teams |
| Allgemein | Währung, Einheiten, Zeitzone, Bestellnummern | ja |
| Plan | Tarif und Laufzeit | ja |
| Abrechnung | Rechnungen und Zahlungsmittel für Shopify selbst | ja |
| Zahlungen | Zahlungsanbieter und Zahlarten | ja |
| Checkout | Ablauf, Pflichtfelder, Kaufabbruch-Mails | ja |
| Kundenkonten | Anmeldung und Kundenkonto-Erlebnis | nein |
| Versand und Zustellung | Zonen, Tarife, Abholung, Bestellrouting | ja |
| Steuern und Zollgebühren | Steuerregionen, Zoll, HS-Codes | ja |
| Standorte | Lager, Filialen, Standardstandort | ja |
| Märkte | Länder, Währungen, Kataloge | bei Auslandsverkauf |
| Apps | Installierte Apps und ihre Rechte | nein |
| Vertriebskanäle | Onlineshop, POS, weitere Kanäle | ja |
| Domains | Eigene Domain und Weiterleitungen | ja |
| Kundenereignisse | Tracking-Skripte serverseitig einbinden | nein |
| Benachrichtigungen | E-Mail-Vorlagen an Kunden und Team | ja |
| Metafelder und Metaobjekte | Eigene Datenfelder | nein |
| Sprachen | Übersetzungen des Storefronts | bei Mehrsprachigkeit |
| Kundendatenschutz | Cookie-Banner und Einwilligungen | ja |
| Richtlinien | Impressum, Widerruf, AGB, Datenschutz | ja |
Die Reihenfolge in der Liste ist thematisch, nicht nach Wichtigkeit. Wer einen Shop neu aufsetzt, arbeitet die fett markierten Zeilen zuerst ab.
Allgemein: die Felder, die man nur einmal richtig setzt
Hier stehen Geschäftsdaten, Shop-Kontaktdaten und die Shop-Standards. Letztere enthalten vier Felder, die später schwer zu ändern sind: Währung, Backup-Region, Einheitensystem mit Gewichtseinheit und Zeitzone.
Für einen deutschen Shop heißt das: Euro, metrisches System, Kilogramm, Berlin. Die Zeitzone entscheidet darüber, welchem Tag eine Bestellung in Berichten zugeordnet wird. Wer sie auf einer amerikanischen Voreinstellung lässt, wundert sich später über Umsätze, die auf dem falschen Tag landen.

Die Währung lässt sich über das Menü neben der Währungsanzeige ändern, solange noch keine Zahlungen verarbeitet wurden. Wichtig ist der Hinweis, den Shopify dabei gibt: Preise werden nicht umgerechnet. Aus 12,90 Dollar werden 12,90 Euro, nicht der Gegenwert. Wer nachträglich wechselt, muss Preise und Versandtarife anschließend durchgehen.
Weiter unten stehen zwei Einstellungen, die den Bestellalltag prägen: das Bestell-ID-Format mit Präfix und Suffix und die Bestellabwicklung mit der Frage, ob Positionen nach der Zahlung automatisch ausgeführt und Bestellungen automatisch archiviert werden.
Zahlungen: was Kunden bezahlen können
Der Bereich listet die aktiven Zahlungsanbieter und die zusätzlichen Anbieter, die extern abwickeln.

Der gelbe Hinweis oben erscheint nur in Entwicklungsshops: Dort lassen sich ausschließlich Testzahlungen abwickeln, entweder über das Test-Gateway oder über einen Anbieter im Testmodus. Für Testbestellungen im Aufbau ist das genau richtig, für den Livebetrieb braucht der Shop einen echten Tarif.
Zwei Punkte, die in Deutschland regelmäßig aufkommen. Erstens: Kauf auf Rechnung und Lastschrift sind über Shopify Payments nicht in jedem Fall abgedeckt, hier braucht es oft einen zusätzlichen Anbieter. Zweitens: Jeder externe Anbieter kostet eine Transaktionsgebühr zusätzlich zu seinen eigenen Gebühren, solange Shopify Payments im selben Shop nicht genutzt wird. Das gehört in die Kalkulation, bevor man sich für eine Kombination entscheidet.
Checkout: der empfindlichste Bereich
Hier stellst du ein, welche Felder im Checkout erscheinen und ob sie optional oder erforderlich sind, ob Konten nötig sind, wie mit Marketing-Einwilligung umgegangen wird und ob Erinnerungen an abgebrochene Warenkörbe automatisch rausgehen.
Jede Änderung hier wirkt unmittelbar auf die Conversion. Ein zusätzliches Pflichtfeld kostet Abschlüsse, ein Kontozwang kostet mehr. Wer hier etwas ändert, sollte den Effekt beobachten, statt ihn zu vermuten. Wie man das methodisch angeht, steht in unserem Beitrag zu A/B-Tests im Onlineshop.
Versand und Zustellung: der häufigste Stolperstein
Ohne konfigurierten Versand kann niemand bestellen. Der Bereich ist in Versandprofile, Zusatzmethoden und Bestellrouting geteilt.

Ein Versandprofil bündelt Produkte, Standorte und Zonen mit ihren Tarifen. Der Shop startet mit einem allgemeinen Profil für alle Produkte. Ein zweites Profil brauchst du erst, wenn einzelne Artikel andere Regeln haben, etwa Sperrgut oder Kühlware.
Innerhalb eines Profils definierst du Zonen, also Ländergruppen, und darin Tarife. Ein Tarif ist entweder ein fester Preis, ein gewichts- oder wertabhängiger Preis oder ein berechneter Tarif vom Versanddienstleister. Der klassische Fehler: eine Zone für Deutschland anlegen und den Rest der Welt vergessen. Kunden aus Österreich sehen dann im Checkout, dass nicht geliefert werden kann, ohne dass jemand davon erfährt.
Darunter liegen die Zusatzmethoden für lokale Zustellung und Abholung im Geschäft sowie das Bestellrouting, das entscheidet, welcher Standort eine Bestellung erfüllt. Bei einem Lager ist das egal, ab zwei Standorten wird es zur Kernfrage der Logistik.
Steuern und Zollgebühren
Der Bereich zeigt die Steuerregionen, also Länder, in denen du Steuern erhebst und abführst.

Neue Steuerregionen entstehen nicht hier, sondern indem du im Versandbereich eine Zone für das Land anlegst. Das ist unlogisch und kostet erfahrungsgemäß die meiste Sucherei: Wer Österreich in der Steuerliste vermisst, muss zuerst die Versandzone anlegen.
Darunter stehen Zollgebühren und Importsteuern für Lieferungen außerhalb der EU sowie die Zollinformationen mit Herkunftsland und HS-Codes je Variante. Die braucht nur, wer international verschickt, dann aber zwingend, sonst bleiben Pakete im Zoll hängen.
Ein Satz zur Einordnung: Shopify berechnet Steuern, es berät nicht. Ob du Kleinunternehmerregelung, One-Stop-Shop oder Differenzbesteuerung anwendest, entscheidet dein Steuerberater, nicht die Software.
Standorte
Ein Standort ist jeder Ort, an dem Bestand liegt oder von dem aus versandt wird: Lager, Ladengeschäft, Fulfillment-Dienstleister.

Der Standardstandort wird verwendet, wenn nichts anderes angegeben ist, etwa von Apps. Er sollte der Ort sein, von dem tatsächlich der Großteil versandt wird. Weiter unten stehen die von Apps bereitgestellten Fulfillmentstandorte, also externe Dienstleister, die eigenen Bestand führen.
Wer nur ein Lager hat, richtet den Standort einmal korrekt mit Adresse ein und kommt nie wieder her. Die Adresse ist trotzdem wichtig, weil sie in die Berechnung von Versandtarifen und Steuern einfließt.
Benachrichtigungen
Hier liegen die E-Mail-Vorlagen, die dein Shop automatisch verschickt: Bestellbestätigung, Versandbestätigung, Rechnungsanforderung, Kontoeinladung und rund zwei Dutzend weitere.
Zwei Dinge lohnen sich sofort. Erstens: den Absendernamen und die Absenderadresse prüfen. Viele Shops verschicken jahrelang unter einer generischen Adresse, was in Spamfiltern schlechter abschneidet als eine eigene Domain. Zweitens: Bestell- und Versandbestätigung einmal komplett durchlesen. Sie sind die meistgelesenen Mails deines Unternehmens, und die Standardtexte klingen nach Software.
Metafelder und Metaobjekte
Metafelder sind selbst definierte Zusatzfelder. Du legst Name, Typ und Beschreibung fest und bestimmst, an welchem Objekt sie hängen: Produkt, Variante, Kollektion, Kunde, Bestellung und weitere.

Ein angeheftetes Metafeld erscheint direkt auf der Detailseite des Objekts, wie im Beitrag zu Produkten und Kollektionen gezeigt. Wichtig ist die Trennung von Erfassen und Anzeigen: Ein Metafeld füllt nur die Datenbank. Damit es im Shop erscheint, muss das Theme es ausgeben, entweder über eine dafür vorgesehene Einstellung im Theme-Editor oder über eine Anpassung im Code.
Metaobjekte gehen einen Schritt weiter: Sie sind eigene Datentypen mit mehreren Feldern, etwa ein Datensatz „Röster" mit Name, Bild und Beschreibung, den du dann an mehreren Produkten referenzierst. Für strukturierte Inhalte jenseits von Produkten und Seiten sind sie das richtige Werkzeug.
Richtlinien: der wichtigste Bereich für deutsche Shops
Hier hinterlegst du die Pflichttexte. Shopify verlinkt sie automatisch in der Fußzeile des Checkouts und stellt sie für das Menü des Onlineshops bereit.

Für einen deutschen Shop gehören mindestens dazu: Impressum, Widerrufsrecht mit Muster-Widerrufsformular, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Datenschutzerklärung und Versandbedingungen. Die Felder sind vorhanden, die Texte nicht. Shopify bietet Vorlagen an, die auf angelsächsisches Recht zugeschnitten sind und für Deutschland nicht ausreichen.
Die Richtlinienfelder sind Formularfelder, keine Rechtsberatung. Wer die Shopify-Vorlage ungeprüft übernimmt, hat Text im Shop, aber keine Rechtssicherheit.
Darüber steht der Block Rückgabe- und Stornierungsregeln. Er ist etwas anderes als der Widerrufstext: Hier legst du die technischen Regeln fest, also Fristen und Gebühren, mit denen Kunden im Kundenkonto selbst eine Rückgabe anstoßen können.
Zum Thema gehört außerdem der Bereich Kundendatenschutz, in dem das Cookie-Banner und die Einwilligungslogik konfiguriert werden. Wie man Analyse und Einwilligung sauber zusammenbringt, steht in unserem Beitrag zur DSGVO-konformen Webanalyse. Und wer die Pflichtseiten ohnehin überarbeitet, sollte gleich prüfen, ob der Shop die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes erfüllt.
Die restlichen Bereiche in Kürze
- Plan und Abrechnung. Tarif, Laufzeit, Rechnungen von Shopify und das hinterlegte Zahlungsmittel. Hier siehst du auch, welche Apps monatlich kosten.
- Kundenkonten. Ob Kunden ein Konto anlegen können oder müssen und ob die Anmeldung per Einmalcode oder Passwort läuft.
- Domains. Eigene Domain verbinden, Weiterleitungen setzen, Primärdomain festlegen. Bei einer Migration ist das der Bereich, in dem der Umschalttag stattfindet.
- Sprachen. Weitere Storefront-Sprachen und deren Übersetzungen.
- Kundenereignisse. Tracking-Skripte einbinden, ohne sie ins Theme zu kopieren. Der sauberere Weg für Analyse-Werkzeuge.
- Vertriebskanäle und Apps. Welche Kanäle aktiv sind und welche Apps welche Rechte haben. Ein regelmäßiger Blick lohnt: Apps, die niemand mehr nutzt, kosten Geld und behalten Zugriff auf Daten.
- Benutzer. Mitarbeitende einladen und Berechtigungen vergeben. Beim Ausscheiden gehört der Zugang entfernt, nicht nur das Passwort geändert.
Die Reihenfolge für einen neuen Shop
- Allgemein: Währung, Einheiten, Zeitzone, Shop-Adresse.
- Standorte: den Ort korrekt anlegen, von dem versandt wird.
- Versand und Zustellung: Zonen und Tarife, inklusive einer Zone für alles außerhalb.
- Steuern: Regionen prüfen, nachdem die Versandzonen stehen.
- Zahlungen: mindestens einen Anbieter aktivieren.
- Richtlinien: Impressum, Widerruf, AGB, Datenschutz, Versand.
- Benachrichtigungen: Absender prüfen, Bestell- und Versandbestätigung lesen.
- Domains: eigene Domain verbinden und als Primärdomain setzen.
Danach ist der Shop verkaufsfähig. Alles Weitere, von Metafeldern über Sprachen bis zu Kundenereignissen, kommt in dem Moment dazu, in dem es gebraucht wird.
Wenn ihr einen Shop aufsetzt und bei Steuern, Versandlogik oder den Pflichttexten sichergehen wollt: Wir richten Shopify-Shops regelmäßig für den deutschen Markt ein und wissen, wo die Fallen liegen. Schreib uns kurz über das Kontaktformular.