Eine Baumarkt-Kette mit mehreren Filialmarken wollte ihr Online-Geschäft endlich aus einer Hand steuern, statt aus vielen parallelen Insellösungen, die sich gegenseitig im Weg standen. Unsere Aufgabe war, aus einem gewachsenen Flickenteppich ein System zu schmieden, das einen riesigen Katalog zentral pflegbar macht und trotzdem jeder Filiale ihr lokales Gesicht lässt.
Ausgangslage
Über die Jahre waren mehrere Marken und Standorte gewachsen, jede mit eigenen Strukturen, eigenen Datenständen und eigenen Pflegeprozessen. Der Produktkatalog umfasste Zehntausende Artikel, von der Schraube bis zur Gartenmöbelserie –, doch dieselben Produkte wurden an mehreren Stellen getrennt gepflegt. Eine Preisänderung oder ein neuer Lieferant bedeutete Mehrfacharbeit, und Inkonsistenzen zwischen den Marken waren eher die Regel als die Ausnahme.
Gleichzeitig sollte der Online-Auftritt das leisten, was Kundinnen und Kunden im Baumarkt-Umfeld erwarten: Sie wollen vorab wissen, ob ein Artikel in ihrem Markt vor Ort verfügbar ist, und ihn bequem reservieren oder abholen können. Diese enge Verzahnung von Online und Filiale ließ sich mit der bestehenden, verteilten Landschaft kaum sauber abbilden.
Die Herausforderung
Die eigentliche Schwierigkeit lag nicht in einer einzelnen Funktion, sondern im Spagat: Ein einziges System musste mehrere eigenständige Filialmarken bedienen, mit unterschiedlichem Auftritt, teils unterschiedlichen Sortimenten und Preisen –, ohne dass die Datenpflege ins Chaos kippt. Dazu kam die Filiallogik: Bestände, Verfügbarkeiten und Abholoptionen sind je Standort verschieden und müssen verlässlich aus den vorhandenen Warenwirtschaftssystemen kommen, nicht aus manuell gepflegten Listen.
Unser Ansatz
Wir haben die gesamte Landschaft auf einen Adobe-Commerce-Multi-Store konsolidiert. Adobe Commerce ist für genau dieses Szenario gebaut: Ein zentraler Unterbau trägt mehrere Storefronts, sodass jede Filialmarke ihren eigenständigen Auftritt behält, während Katalog, Logik und Pflege im Kern zusammenlaufen. So pflegst du ein Produkt einmal und steuerst pro Marke, wo und zu welchem Preis es erscheint.
Die Kern-Maßnahmen im Überblick:
- Zentraler Katalog mit klarer Datenhoheit, ein gemeinsamer Stammdaten- und PIM-Ansatz als „Single Source of Truth", aus dem sich alle Stores bedienen.
- Mehrere Storefronts in einem System, getrennte Auftritte je Filialmarke, gemeinsamer Unterbau, einheitliche Pflegeprozesse.
- Filiallogik & Verfügbarkeit, standortgenaue Bestände und eine Filialwahl, die Kundinnen und Kunden direkt zeigt, was vor Ort liegt.
- Click & Collect, online reservieren oder kaufen, im Markt abholen; sauber an die Standortbestände gekoppelt.
- ERP- und Warenwirtschafts-Anbindung, Preise, Bestände und Bestellungen fließen automatisiert zwischen Shop und den führenden Systemen, statt manuell gepflegt zu werden.
- Performance im Blick, auch bei großem Katalog haben wir auf schnelle Seiten und solide Core Web Vitals geachtet, damit Sortimentstiefe nicht zulasten der Geschwindigkeit geht.
Weil die Datenpflege jetzt an einer Stelle passiert und über Schnittstellen automatisch verteilt wird, sinkt der manuelle Aufwand spürbar, und die Marken bleiben trotzdem eigenständig.
Das Ergebnis
Aus vielen Insellösungen ist ein gemeinsames Fundament geworden: ein Backend für alle Märkte. Der Katalog wird zentral gepflegt und konsistent über alle Filialmarken ausgespielt, während jede Marke ihr eigenes Gesicht behält. Für Kundinnen und Kunden zählt vor allem, dass online und Filiale endlich zusammenpassen, sie sehen, was vor Ort verfügbar ist, und holen es per Click & Collect ab. Vor allem aber hat die Kette nun eine Basis, die mitwächst: Neue Standorte, Marken oder Sortimente lassen sich ergänzen, ohne den Unterbau jedes Mal neu zu denken.
„Ein Backend für alle Märkte."
Head of E-Commerce, Baumarkt



